Abstract
Teilhabe gilt als zentrale Voraussetzung für Lernen, Wohlbefinden und Gesundheit. In schulischen Kontexten wird verbale Präsenz jedoch oft mit Kompetenz, Durchsetzungsfähigkeit und Aktivität gleichgesetzt. Dadurch haben zurückhaltend agierende Kinder geringere Teilhabechancen. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Gesellschaft ist es erforderlich, vielfältige Ausdruckswege zu eröffnen, damit alle Kinder ihre Gedanken und Ideen einbringen können.
Die vorliegende qualitative Studie untersucht die Bedingungen der Teilhabe von als still wahrgenommenen Kindern an einer Ganztags-Volksschule in Ostösterreich. Befragt wurden Schüler*innen, Lehrpersonen, Freizeitpädagog*innen und Eltern. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Die Ergebnisse zeigen, dass Teilhabe kein individuelles Merkmal ist, sondern durch pädagogische Gestaltung entsteht. Zentrale Faktoren sind dabei Beziehung und emotionale Sicherheit, Kleingruppenformate, vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten, unterstützende Peer-Interaktionen sowie die gezielte Initiierung durch Erwachsene.
Die Befunde unterstreichen die Bedeutung differenzsensibler Lernumgebungen, die vielfältige Beteiligungsformen eröffnen und das Potenzial aller Kinder berücksichtigen.

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