Eine vernetzte, komplexe Welt braucht alle Ideen: Teilhabe stiller Kinder ermöglichen
PDF

Schlagwörter

Primarstufe
Ausdrucksformen
Teilhabe
stille Schüler*innen

Zitationsvorschlag

Eine vernetzte, komplexe Welt braucht alle Ideen: Teilhabe stiller Kinder ermöglichen. (2026). R&E-SOURCE, 13(3), 107–122. https://doi.org/10.53349/re-source.2026.i3.a1557

Abstract

Teilhabe gilt als zentrale Voraussetzung für Lernen, Wohlbefinden und Gesundheit. In schuli­schen Kontexten wird verbale Präsenz jedoch oft mit Kompetenz, Durchsetzungsfähigkeit und Aktivität gleichgesetzt. Dadurch haben zurückhaltend agierende Kinder geringere Teilhabe­chancen. Angesichts der zunehmenden Komplexität der Gesellschaft ist es erforderlich, vielfäl­tige Ausdruckswege zu eröffnen, damit alle Kinder ihre Gedanken und Ideen einbringen können. 

Die vorliegende qualitative Studie untersucht die Bedingungen der Teilhabe von als still wahrgenommenen Kindern an einer Ganztags-Volksschule in Ostösterreich. Befragt wurden Schüler*innen, Lehrpersonen, Freizeitpädagog*innen und Eltern. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse. 

Die Ergebnisse zeigen, dass Teilhabe kein individuelles Merkmal ist, sondern durch pädago­gische Gestaltung entsteht. Zentrale Faktoren sind dabei Beziehung und emotionale Sicher­heit, Kleingruppenformate, vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten, unterstützende Peer-Interak­tionen sowie die gezielte Initiierung durch Erwachsene. 

Die Befunde unterstreichen die Bedeutung differenzsensibler Lernumgebungen, die vielfäl­tige Beteiligungsformen eröffnen und das Potenzial aller Kinder berücksichtigen. 

PDF
Creative Commons License

Dieses Werk steht unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International.

Copyright (c) 2026 Sabine Höflich