Philosophische Fragen und didaktische Überlegungen zu einem realitätsbezogenen Mathematikunterricht

Autor/innen

  • Jürgen Maaß Johannes-Kepler-Universität Linz
  • Stefan Götz Universität Wien, Fakultät für Mathematik

Abstract

Wir beobachten einen wachsenden Trend zu Beispielen und Aufgaben, die mehr Realitätsbezug, mehr Lernen für das Leben im Mathematikunterricht versprechen. Wir sehen daher einen ebenso steigenden Bedarf, die in diesem Zusammenhang in den einschlägigen Veröffentlichungen verwendeten Begriffe wie Realität oder Modellierung besser als bisher auch theoretisch im mathematikdidaktischen Zusammenhang zu durchdenken. Dieser Bedarf erwächst sowohl aus Anforderungen an die Qualität der geleisteten Arbeit als auch im Hinblick auf die Wissenschaftlichkeit (und damit die Reputation) der Mathematikdidaktik in den Augen anderer Wissenschaften. Die Philosophie bietet zur theoretischen Fundierung seit der Zeit der alten Griechen eine Vielzahl – sich widersprechender – erkenntnistheoretischer Überlegungen an. In der Neuzeit sind kontroverse wissenschaftstheoretische und wissenschaftssoziologische Theorien hinzugekommen. Wir haben für diesen Diskussionsbeitrag eine kleine Auswahl von aus unserer Sicht relevanten Theorien getroffen, um einen Startpunkt zu setzen. Im letzten Abschnitt zur erkenntnistheoretischen Sicht auf Modelle und Modellierungen haben wir selbst Theorieentwicklung betrieben. Wir wissen, dass wir angesichts der großen Theorienvielfalt keine Chance haben, im Rahmen eines Beitrages die einzig richtige Definition der Basisbegriffe so zu fixieren, dass die Mathematikdidaktik beruhigt darauf aufbauen kann. Selbstverständlich lässt sich über alle skizzierten Autorinnen und Autoren sowie die Sekundärliteratur über sie weit mehr schreiben als hier Platz hat.

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Veröffentlicht

2021-04-15

Ausgabe

Rubrik

Fachdidaktik