Abstract
Der Beitrag untersucht Wilhelm von Humboldts Bildungsverständnis als bildungstheoretischen Bezugspunkt für Demokratiebildung. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Freiheit, Selbstbildung und Mündigkeit zu einem pädagogischen Auftrag verhalten, der zugleich auf Rassismus und Antisemitismus reagiert. Dabei wird Prävention nicht als planbare Wirkung demokratischer Bildung verstanden, sondern als mögliches Ergebnis von Bildungsprozessen, die Urteilskraft, Selbstreflexion, Widerspruchsfähigkeit und Teilhabe eröffnen. Die humboldtsche Perspektive schärft damit ein Grundproblem der Demokratiebildung: Sie ist normativ gebunden, darf aber nicht in politische oder moralische Überwältigung umschlagen. Abschließend werden Konsequenzen für Schule und professionelles Handeln von Lehrkräften herausgearbeitet.

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