Die Zumutung der Unendlichkeit: Mündigkeit und Demokratiebildung im Spiegel von Borges’ „Bibliothek von Babel“
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Schlagwörter

Demokratiebildung
Medienkompetenz
Digitalisierung
Borges

Zitationsvorschlag

Die Zumutung der Unendlichkeit: Mündigkeit und Demokratiebildung im Spiegel von Borges’ „Bibliothek von Babel“. (2026). R&E-SOURCE, 13(4), 114–124. https://doi.org/10.53349/re-source.2026.i4.a1590

Abstract

Die digitale Wissensgesellschaft ist durch eine grundlegende Transformation ihrer Informa­tions- und Kommunikationsstrukturen geprägt. Informationen sind heute in nahezu unbe­grenzter Menge verfügbar, wodurch sich die Herausforderung von der bloßen Zugänglichkeit hin zur Bewertung, Auswahl und Einordnung von Information verschiebt. Dies führt insbeson­dere im Kontext demokratischer Gesellschaften zu neuen Anforderungen an politische Bildung und Medienkompetenz. Jorge Luis Borges’ Erzählung Die Bibliothek von Babel eignet sich dabei als heuristisches Modell moderner digitaler Wissensräume. Die Bibliothek fungiert nicht als reale Entsprechung des Internets, sondern als metaphorische Struktur zur Beschreibung epistemischer Überforderung, Orientierungslosigkeit und interpretativer Unsicherheit. Auf­bauend auf bildungstheoretischen, politikdidaktischen und medienpädagogischen Ansätzen wird argumentiert, dass demokratische Bildung unter Bedingungen digitaler Öffentlichkeit insbesondere die Förderung von Urteilskraft, Medienkompetenz und Orientierungsfähigkeit leisten muss. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Orientierung und Mündigkeit unter Bedin­gungen digitaler Informationsfülle ermöglicht werden können und welche Konsequenzen sich daraus für Bildung ergeben.

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