Abstract
Der Beitrag untersucht, welche in der Lebenswelt von Berufseinsteigenden der Primarstufe verankerten Bedingungen als belastend bzw. überfordernd erlebt werden. Grundlage sind 24 problemzentrierte Expert*inneninterviews aus dem Forschungsprojekt „Lebenswelten des Alltags von Berufseinsteiger*innen der Primarstufe“, erhoben in zwei Phasen mit Lehrpersonen in unterschiedlichen Qualifikations- und Einstiegssituationen. Die Auswertung erfolgte nach der Grounded Theory mittels offenen und axialen Kodierens.
Die Ergebnisse weisen belastende Bedingungen in drei Bereichen aus: im Studienalltag (Studienstruktur, Rollenpluralität, mangelnde Vorbereitung der Pädagogischen Hochschulen/des Studiums auf den Lehrberuf, hohe Studienanforderungen), im Berufsalltag (Ungewissheit, Rollenpluralität, Berufsstruktur) sowie im Lebensalltag (fehlende finanzielle Unterstützung, Alltagsstruktur, Rollenpluralität, Abgrenzungsherausforderungen). In einem weiteren Analyseschritt verdichtet sich „Rollenpluralität“ zum zentralen Phänomen: Die gleichzeitige Koordination von Studium, Beruf und privater Lebenswelt erzeugt fortlaufenden Priorisierungs- und Abgrenzungsdruck. Damit werden Anspannung, Erschöpfung und Einschränkungen der Selbstfürsorge begünstigt, was sowohl das Wohlbefinden als auch professionelles Handeln beeinflussen kann.

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