Abstract
Der Beitrag untersucht die südkoreanische 4B-Bewegung (deren vier Prinzipien auf dem Verzicht von Ehe, Geburt, romantischen und sexuellen Beziehungen mit Männern liegen) als Ausdruck feministischen Widerstands gegen patriarchale Strukturen und fragt nach deren Bedeutung für die Demokratiebildung im Rahmen einer Global Citizenship Education (GCE). Vor dem Hintergrund der Leitfragen nach der Umsetzung von Demokratiebildung, der Rolle von Zivilcourage und Gemeinwohl sowie dem Verhältnis von politischer Bildung und gelebter Demokratie wird das Fallbeispiel didaktisch ausgewertet. Als konzeptioneller Gegenhorizont dient das indische Prinzip Vasudhaiva Kutumbakam (‚die Welt als eine Familie‘), das eine Ethik globaler Verbundenheit betont. Die Analyse zeigt, dass die 4B-Bewegung als produktiver Irritationsmoment für demokratische Aushandlungsprozesse dienen kann, indem sie die Ambivalenzen radikaler Widerstandspraktiken – zwischen strategischer Selbstermächtigung und der Gefahr normativer Ausschlüsse (etwa gegenüber trans* Personen) – offenlegt.

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