Wie das Lehrerwerden wurde

Über die Anfänge des Lehrberufs an den Pflichtschulen in ihrem historischen Umfeld

  • Christine Schörg PH Niederösterreich

Abstract

In der Überzeugung, dass zu jeder Zeit „Gestalt und Gehalt, Inhalt und Form der Lehrerbildung der feinste Seismograph der allgemein-kulturellen Lage und Entwicklung“[i] sei, richtet sich unser Blick in die Vergangenheit – in den Spiegel der Geschichte – und auf die Anfänge der Lehrerbildung, und zwar auf deren fundamentalen Bereich: die Pflichtschullehrerausbildung. Erziehung, Erziehungsdenken und ihre institutionellen Realisierungen sind immer bedingt durch allgemeine politische und gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch durch ihre herausragenden Protagonisten/Protagonistinnen, die pädagogischen (Vor-)Denker/innen und Gestalter/innen. Unser Blick richtet sich in die Habsburgermonarchie und die Zeit der Aufklärung als in der Hinsicht bedeutendste historische Epoche. Noch um die Mitte des 18. Jahrhunderts ist es hier um das niedere Schulwesen nicht zum Besten bestellt. Die Grundlage für ein staatliches Schulwesen schafft Maria Theresia mit dem Bekenntnis zur „Erziehung der Jugend beyderley Geschlechts“[ii] und der Überzeugung, dass „durch wohlgetroffene Erziehungs- und Lehranstalten die Finsterniß der Unwissenheit aufgekläret und jedem der seinem Stande angemessene Unterricht verschaffet“[iii] werden müsse. Den entscheidenden Schritt zu einer Reorganisation des gesamten Bildungswesens setzt sie mit der Einrichtung der ersten staatlichen Schulbehörde für das Unterrichtswesen 1760; erste Versuche zu einer Regelung der Lehrerausbildung werden mit „Präparandenkursen“ unternommen. Die Entwicklung führt zum Geburtsjahr der österreichischen Reichsvolksschule 1774.   [i] Gönner, 1974, S. 71. [ii] Präambel zur „Allgemeinen Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämmtlichen kaiserl. Königl. Erbländern“, 1774. [iii] Ebd.
Veröffentlicht
2018-04-14
Rubrik
Fachwissenschaften