„Aneignungsdidaktik“

Lernen und Lehren in der Krise

Autor/innen

  • Karl Klement Pädagogische Hochschule Steiermark

Abstract

Die konventionelle Didaktik der „guten Lehre“ (Instruktionsdidaktik) setzt die Fähigkeit zur subjektiven Aneignung bei den Lernenden bereits voraus. Didaktik vom Lehrerstandpunkt modelliert Wissenstransfer als rein kognitiven Prozess, unabhängig von subjektiv vorhandenen Aneignungskompetenzen Lernender. Diese „Aneignungskompetenz“ muss aber zuvor durch implizite Prozesse des Lehrens im Kontext systematischer Lerntätigkeit entwickelt worden sein. Eine Didaktik, welche die selbstgesteuerte und selbstverantwortete Aneignung von Wissen durch Lernende ins Zentrum aller unterrichtlichen Prozesse stellt – die sogenannte „Aneignungsdidaktik“ – versteht sich daher nicht als Didaktik einer spezifischen Domäne („Fachdidaktik“), sondern versucht durch arbeitsteilige Prozesse die Innensteuerung von domänenspezifischen Aneignungsprozessen systematisch aufzubauen. Aufgrund der aktuellen Dominanz eines technologischen Bildungsverständnisses gerät der Kern pädagogischer Arbeit – das „Pädagogische Gesamtsubjekt gemeinsamer Lehr- und Lerntätigkeit“ (Giest et al., 2006, S.26) – zunehmend außer Acht.

Veröffentlicht

2020-10-14 — aktualisiert am 2020-10-24

Ausgabe

Rubrik

Innovationen in Unterricht und Erziehung

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