Abstract
Dieser Artikel untersucht die Notwendigkeit kritischer Medien- und Demokratiebildung im postdigitalen Zeitalter. Ausgehend von den demokratietheoretischen Ansätzen von Dewey und Habermas sowie der Critical Media Literacy von Kellner & Share wird Medienkompetenz nicht als rein technische Fertigkeit, sondern als grundlegende demokratische Schlüsselkompetenz konzeptualisiert. Der Beitrag skizziert vier zentrale Kompetenzdimensionen: epistemisch-kritisch, kommunikativ-deliberativ, ethisch-rechtlich und partizipativ-zukunftsorientiert. Darauf aufbauend werden praxisnahe Umsetzungsstrategien für den Schulunterricht sowie für eine demokratische Schul- und Beteiligungskultur entwickelt. Dazu zählen unter anderem die curriculare Integration, fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen sowie gemeinschaftsbezogene Ansätze. Empirisch und konzeptionell stützt sich der Artikel auf Erkenntnisse aus der europäischen Erasmus+ Teacher Academy „Democratic Citizenship Education“ (TAP-DCE). Ziel ist es, Lernende zu befähigen, algorithmisch geprägte Öffentlichkeiten kritisch zu analysieren, Desinformation zu erkennen und als mündige Bürger*innen digitale Räume ethisch und demokratisch mitzugestalten.

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