Abstract
Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit einer fachintegrierenden Leseförderung als Grundlage für einen erfolgreichen inklusiven Leseunterricht in der Primarstufe. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie ein Lesefördermaterial gestaltet werden muss, das sozialen Disparitäten entgegenwirkt und dadurch einen Beitrag zu mehr sozialer Teilhabe aller Schüler*innen leistet. Nach wie vor fehlt es vor allem an passgenauen Lesefördermaßnahmen, die in verschiedenen Unterrichtsgegenständen zur Anwendung kommen können und zugleich das soziale und kommunikative Miteinander stärken. Mit dem neu entwickelten Lesetraining FLEDI 3 (Fachintegrierende Leseförderung in Mathematik, Deutsch und Sachunterricht – Schwerpunkt auf Leseflüssigkeit), das auf das gemeinsame Lesen mittels Sprachvorbild und Peer-Lautlesetandems setzt, sollen innovative Ansätze in der Lesedidaktik erforscht und auf ihre Wirksamkeit im inklusiven Setting überprüft werden. Insgesamt nehmen 450 Schüler*innen der dritten Schulstufe an dieser längsschnittlichen Untersuchung teil. Die durchgeführten Analysen zeigen, dass vor allem leseschwache Schüler*innen von dem fachintegrierenden Lesetraining FLEDI 3 profitieren. Zudem leistet das Training einen wertvollen Beitrag zu mehr Bildungs- und Chancengerechtigkeit im Leseunterricht, indem Kinder aus bildungsferneren Elternhäusern die stärksten Zuwächse im Leseverstehen verzeichnen konnten.

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