Abstract
Der Beitrag rekonstruiert die Cognitive Theory of Multimedia Learning (CTML) als transferorientierte Designlogik für professionsbezogene Lernprozesse, in denen Gemeinsinn nicht als moralische Haltung, sondern als handlungspraktische Kompetenz wirksam wird. Im Rahmen einer Design-Based-Research-Studie wurde ein CTML-basiertes Online-Lernarrangement zur Förderung sprachsensibler Handlungskompetenz bei quereinsteigenden Pädagog*innen entwickelt und iterativ analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass CTML-Prinzipien im Kontext pädagogischer Professionalisierung nicht als universelle Instruktionsregeln fungieren, sondern einer kontextsensitiven Priorisierung und funktionalen Reinterpretation bedürfen. Während Kohärenz, Segmentierung, Multimedia und Personalisierung den Aufbau tragfähiger Wissensrepräsentationen strukturieren, erweist sich das Generative-Activity-Prinzip als zentrale Schnittstelle zwischen kognitivem Wissenserwerb und verantwortlicher professionsbezogener Handlungspraxis. Der Beitrag erweitert die CTML um eine professionstheoretische Perspektive und entwickelt designbasierte Heuristiken für transferorientierte Online-Fortbildungsformate, in denen Gemeinsinn als lern- und gestaltungsabhängige Dimension pädagogischer Praxis verstehbar wird.

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