Abstract
Demokratische Gesellschaften geraten zunehmend unter Druck, auch, weil sich Menschen politisch und gesellschaftlich nicht mehr wahrgenommen, gehört oder wirksam fühlen. Vor diesem Hintergrund fragt der Beitrag, inwiefern schulische Demokratiebildung dazu beitragen kann, Demokratie als lebendige Praxis erfahrbar zu machen. Ausgehend von demokratietheoretischen Überlegungen wird Demokratie als Praxis verstanden, die Beteiligung, Streitkultur, Dialog und gemeinsame Verantwortung voraussetzt. Hartmut Rosas Resonanztheorie dient dabei als theoretischer Bezugsrahmen, um demokratische Praxis entlang der Momente Affizierung, Selbstwirksamkeit, Transformation und Unverfügbarkeit als Resonanzerfahrung zu bestimmen. Der Beitrag zeigt u.a., dass Demokratie dort erfahrbar wird, wo Schüler*innen von für sie bedeutsamen Fragen, Konflikten oder Erfahrungen berührt werden, auf gemeinsame Angelegenheiten antworten können, die Wirksamkeit ihres Handelns erleben und in demokratischen Aushandlungsprozessen neue Perspektiven gewinnen können. Schulische Demokratiebildung informiert Schüler*innen somit nicht nur über Demokratie, sondern eröffnet ihnen Erfahrungsräume, in denen Demokratie als antwortendes, gestaltbares und veränderndes Beziehungsgeschehen erlebbar wird.

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