Abstract
Mathematik wird im Bildungssystem häufig als Fach wahrgenommen, das vor allem mit Formeln, Verfahren und Beweisen verbunden ist. Gleichzeitig zeigt sich in gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen, dass mathematisches Denken weit über diese Perspektive hinausgeht. In einer von Unsicherheit, Komplexität und dynamischen Veränderungen geprägten Welt gewinnen Kompetenzen wie Modellbildung, probabilistisches Denken, kritische Analyse von Daten sowie strukturiertes Problemlösen zunehmend an Bedeutung.
Der Beitrag argumentiert dafür, Mathematik stärker als Denkhaltung zu begreifen, die Menschen befähigt, Zusammenhänge zu verstehen, Risiken einzuschätzen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Auf Basis dieser Perspektive wird diskutiert, welche Rolle mathematische Denkprozesse im Alltag, in Organisationen sowie im Kontext gesellschaftlicher Transformation spielen.
Besonders in einer durch VUCA- und BANI-Dynamiken geprägten Welt gewinnt die Förderung von Selbstwirksamkeit, systemischem Denken und Metakompetenzen im Bildungskontext an Bedeutung. Abschließend werden didaktische Implikationen für Schule und Lehrer*innenbildung skizziert.

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